Geschichte der Dommusik

Typus Musice 1508, Diözesanarchiv St. Pölten
Titelholzschnitt zu Liber V de principiis musicae, in: Gregor Reisch, Margarita philosophica, Basel 1508, Diözesanarchiv Stl Pölten, Inc. 70

Die Pflege der 'musica sacra' hat in St. Pölten eine mehr als 1200-jährige Tradition. Seit Gründung des Benediktinerklosters in St. Pölten um 800 sangen die Mönche (später Augustiner Chorherren) über beinahe 1000 Jahre das Chorgebet und die Liturgie der Heiligen Messe.

Nach der Aufhebung des Klosters 1784 im Rahmen der josephinischen Reformen wurde St. Pölten 1785 Bischofssitz und die ehemalige Stiftskirche, ursprünglich eine dreischiffige romanische Basilika (barockisiert in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts), Domkirche.

Bis 1784 waren eine reich ausgestattete Instrumentalmusik und die 'Stifts-Cantorey' für die Figuralmusik im Chorherrenstift verantwortlich, ehe ab 1785 die Geschichte der Dommusik begann.

Ausgestattet mit einem ansehnlichen Gehalt bestand der Domchor aus drei Knaben- und sechs Männerstimmen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde eine Neuformierung der Dommusik mit einem aus ehrenamtlichen Mitgliedern bestehenden Domchor eingeleitet.

Die Dommusik unter der Leitung ihres Domkapellmeisters setzt sich heute aus acht Ensembles mit insgesamt 180 Mitgliedern zusammen: Kinder- und Schülerchor, Jugendensemble, Domkantorei, Choralschola, Frauenschola, SolistenensembleDomorchester und Domchor. Zu ihren Hauptaufgaben zählt die kirchenmusikalische Gestaltung der Gottesdienste an der Dom- und Kathedralkirche.

Der Domorganist, wie der Domkapellmeister hauptamtlich bestellt, ist zuständig für den liturgischen Orgeldienst und das Spielen und Organisieren von Orgelkonzerten auf einer der klangprächtigsten Orgeln Österreichs.

 

Weiterführende Literatur
Walter Graf, Geschichte der Dommusik St. Pölten [1973]