Tag der Kirchenmusik zu Ehren der Hl. Cäcilia

Glasfenster mit Motiv Hl. Cäcilia
Foto: Daniela Matejschek/photo-graphic-art

So 25. November 2018 / 10.30 Uhr / Dom St. Pölten
Im Hochamt ist die Paukenmesse von J. Haydn zu hören, es musizieren Domchor und Domorchester St. Pölten.

Regine Gansberger-Sartori, Sopran
Christina Eder, Alt
Johannes Bamberger, Tenor
Gebhard Heegmann, Bass
Otto Kargl, Leitung

Concerto: Improvisation
Ludwig Lusser, Orgel


Der Leipziger Musikkritiker F. Rochlitz schriebt 1803 über die Paukenmesse: „Sie kann als ein Muster(!) gelten, wie man im neueren Geschmack diese Art Kirchenmusik komponieren soll… Möge sie also in den Händen aller jener seyn, die aus Beruf oder Neigung dieser Art Kirchenkomposition sich widmen! möge sie fleißig und oft von ihnen durchstudiert werden!“

1795 beauftragte Fürst Nikolaus II. Esterhazy seinen Kapellmeister J. Haydn, jedes Jahr zum Namenstag dier Fürstin Josepha Maria eine Messe zu komponieren. Die erste der daraufhin entstanden sechs großen Meisterwerke stellt die Paukenmesse dar.

Im Kyrie nehmen Fanfaren und Paukentremoli eine beherrschende Rolle ein, ehe im anschließenden Allegro moderato der Sopran mit einem für Haydn so typischen Cantabile-Thema eine „himmliche“ Bitte um Hilfe vorträgt.

Kraftvolle Unisoni stehen am Beginn des Gloria, das, dem Aufau der späteren Messen entsprechend, im >Qui tollis< als Dialog zwischen Solo-Violoncello und Bass einen großen „Adagio-Ruhepunkt“ aufweist.

Mit jeweils einem neuen Satz des Glaubensbekenntnisses setzen im Credo die Chorstimmen nacheinander ein, getragen von einem ostinaten Bass. Die anschließende Schilderung der Geburt, des Leidens und Sterbens Jesu ist sowohl von tiefer Ausdrucksstärke, als auch von bildhaften Wortvertonungen gekennzeichnet.

Entgegen aller Tradition beginnt das Sanctus mit einem zarten Alto-Solo, bevor im >Pleni sunt coeli< die Fanfaren der himmlischen Herrscharen den Satz beschließen. Erst gegen Ende des Benedictus entsteht eine zuversichtlich erlösende Stimmung, in der auch die >Osanna<-Wiederholun integriert ist.

Das einpeitschende Paukensolo im Agnus Dei lässt erahnen, wie intensiv sich J. Haydn mit dem Faktum Krieg auseinander setzte, und überlagert die schlicht vorgetragenen Bitten des Chores. Der Schluss zeigt sich als große Schlachtmusik, in der die Vision des Krieges zum beherrschenden Bild der Messe wird.

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