Anton Bruckner: Te Deum / Domkirche St. Pölten 17.6.2012

Konzert des Domchores

Singende Kirche, 59. Jahrgang 2012 Heft 3, Franz Reithner

Hochromantische Musik erklang beim traditionellen Konzert des Dommusikvereines am 17.6. in St. Pölten: „Wie der Hirsch schreit“ von F. Mendelssohn-Bartholdy, „Praeludium und Fuge über BACH“ von F. Liszt und das „Te Deum“ von Anton Bruckner. Weithin unbekannt, doch von großer Intensität und Tiefe, erwies sich die eröffnende Vertonung des Psalms 42. Vom sehnsüchtig friedlichen Eröffnungschor über die dramatische Beschreibung von Durst und Tränen auf dem Weg zu Gott bis hin zum jubelnd fugierten Lobpreis wölbte sich der Horizont des alttestamentlichen Beters in unsere Zeit hinein. Spannend, hochvirtuos und farbenreich gestaltete Ludwig Lusser seine Interpretation der Lisztschen Einfälle über die berühmten 4 Töne BACH. Doch der Gipfelpunkt des Abends markierte die Interpretation des „Te Deum“ von Anton Bruckner: Mit teilweise ungewohnt langsamen Tempi führte Domkapellmeister Otto Kargl Chor und Orchester unter Hochspannung durch die Untiefen der Partitur. Die Solisten Monika Riedler, Sopran, Monika Schwabeggger, Alt, Wilhelm Spuller, Tenor und Gebhart Heegmann, Bass bildeten ein stimmiges Quartett, wussten aber auch in den solistischen Stellen mit Ihrem vokalen Glanz zu überzeugen.

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