Claudio Monteverdi: Marienvesper / Dom zu Maria Saal 16.9.2012

Schwerelose Klänge bei der Trigonale

Kleine Zeitung Online, Helmut Christian

Dom zu Maria Saal, Foto F. Hehenberger
Dom zu Maria Saal, Foto F. Hehenberger

Mehrere Sekunden lang herrschte absolute Stille. Pure Ergriffenheit ließ die Zuhörer nach dem Ende der "Marienvesper" von Claudio Monteverdi den Atem anhalten, bevor der Applaus losbrandete. Es war aber auch ein stimmungsvolles Finale der Trigonale im übervollen Dom zu Maria Saal.

Von überall kommend schwebten die reinen und klaren Stimmen scheinbar schwerelos im Kirchenraum und durchmischten sich wie abgehoben mit den warmen Klängen der Instrumente. Feinsinnig und authentisch war die Umsetzung, der musikalisch-klangliche und farbige Reichtum kam voll zum Tragen. Die Instrumentalstimmen steigerten und erweiterten durch ihren Klangfarbenwechsel die vielstimmig angelegten Chöre.

Den Gesangs- und Instrumentalsolisten aber auch den Choristen werden immense virtuose Fähigkeiten abverlangt bei diesem Kunstwerk, das in der gesamten Kirchenmusik kein Gegenstück hat. Die symmetrische Gesamtarchitektur, die subtile Balancierung von Religiosität und theatralischer Dramatik sprechen für die Einzigartigkeit des Meisterwerkes.

Die Domkantorei St. Pölten und die Cappella Nova Graz haben homogen, exakt und tremolofrei mit herrlichen Stimmen gesungen. Les Cornet Noirs haben auf Originalinstrumenten bestens disponiert vibratolos musiziert. Die vortrefflichen Solisten, die überwiegend im Chor eingebettet waren, auch Chöre mitsangen oder als Echo fungierten, mit den Sopranen Christina Maria Rembeck und Andrea Oberparleitner, den Tenören Julian Podger, Niels Giebelhausen und Florian Ehrlinger, den Bässen Lukas Kargl und Ulfried Staber trugen ebenfalls zum Erfolg bei wie der umsichtige Dirigent Otto Kargl.

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