J.S.Bach: Johannespassion / Festspielhaus St. Pölten, 16.4.2000

Bach, glaubhaft

NÖ Nachrichten, tr

Flyer Johannespassion

Nikolaus Harnoncourt hatte uns erst kürzlich im Wiener Musikverein vorgeführt, wie man Bachs "Johannes-Passion" heute offenbar zu verstehen hat: Nur das düstere Leiden ist wahr, die Auferstehung ein mit Vorsicht zu genießendes Paradoxon.

Der St. Pöltener Domkapellmeister Otto Kargl, die Domkantorei und die "cappella nova" aus Graz zeigten uns am Sonntag-Vormittag im Festspielhaus, dass es auch anders geht: In einer sehr drängenden, bewegten und konzentrierten Interpretation entfaltete sich eine ergreifende Passionsgeschichte, die ohne Düsternis von Leiden und Tod Christi zu erzählen wusste, aber auch von Erlösung und Auferstehung - ohne Pathos und ohne Jubel, aber mit jener unerschütterlichen Gewissheit, die Bachs Intentionen gerecht wird und dennoch zeitgemäß ist.

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