G.F. Händel: Israel in Egypt / Domkirche St. Pölten 11.9.2010

Festival "Musica Sacra" im Dom in St. Pölten

Kleine Zeitung

Programmheft Cover "Israel in Egypt"

Mit einer beeindruckenden Aufführung von Georg Friedrich Händels Oratorium "Israel in Egypt" im Dom von St. Pölten ist am Samstag das Festival "Musica Sacra 2010" eröffnet worden. Vier weitere Veranstaltungen sowie drei kirchenmusikalisch gestaltete Gottesdienste folgen bis 17. Oktober in St. Pölten sowie in den Stiften Herzogenburg und Lilienfeld.

Es ist schon eine bewährte Kooperation zwischen der Domkantorei St. Pölten und der capella nova graz, die auch diesmal wieder gemeinsam einen vokalen Klangkörper von hoher Qualität und mit ausgeprägtem klanglichen Differenzierungsvermögen bildeten. Mit dem L'Orfeo Barockorchester kamen auf adäquate Weise überaus versierte instrumentale Partner hinzu, und Otto Kargl gelang es, Händels gewaltiges Werk mit seinen ausgiebigen Chören in seiner bildhaften Dramatik und eindringlichen Ausdruckskraft erstehen zu lassen. Der ausschließlich aus alttestamentarischen Bibelstellen bestehende Text mag uns heute zeitweise reichlich militant erscheinen ("Der Herr ist ein Mann des Krieges"), doch im Zentrum steht der Auszug der Israeliten aus Ägypten, die triumphale Befreiung aus der Unterdrückung, und das ist die hörbare Botschaft - inhaltlich wie musikalisch.

Bezeichnend für das Niveau der Chöre erscheint auch der Umstand, dass einige Solisten - die Bässe Markus Volpert und Matthias Helm sowie die Sopranistin Martina Daxböck - aus ihren Reihen hervortraten. Sehr nobel und mit überzeugendem stimmlichen Duktus die Altistin Stefanie Iranyi, ebenso gefiel Miriam Feuersinger (Sopran). Sie musste ihr Solo zum abschließenden Chorus "Sing ye to the Lord" ein zweites Mal anstimmen, denn das Publikum erklatschte eine Zugabe.

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