G.F. Händel: Messiah / Festspielhaus St. Pölten, 20.3.2005

Messiah (N.A.W.)

Der neue Merker

Flyer Messiah

Lediglich für eine einzige Messias-Aufführung kamen die Domkantorei St. Pölten, die cappella nova graz sowie Solamente Naturali aus Bratislava im Festspielhaus unter Dirigent Otto Kargl zusammen. Von dieser Erstbegegnung mit allen drei Ensembles war ich außerordentlich angetan und geradezu überrascht von der stupenden Qualität dieser englisch gesungenen Aufführung aus vorzüglichen Originalklang-Musikern (a=415 Hz) sowie der Vereinigung beider Chöre. Das Pressburger Originalklang-Ensemble hat sich auf Musik des 17. und 18. Jhs. spezialisiert und in der Unmittelbarkeit und hellen Frische eines so tänzerischen elastischen Klanges sucht der Klangkörper sicherlich seinesgleichen. Geradezu swingend präsentierte sich die gesamte musikalische Interpretation und hatte einen lebhaft starken "Puls". Die vier Gesangssolisten Cornelia Horak, Waltraud Hoffmann-Mucher, Victor Schiering und der eingesprungene Mathias Hausmann boten dazu solide Leistungen. Phänomenal durchsichtig und klangschön präsentierte sich die chorische Vokalkultur in der Einstudierung durch den Domkapellmeister der Kathedralkirche der n.ö. Hauptstadt, Otto Kargl. Er ist auch Gründer der Grazer cappella nova und hat mit ihr zahlreiche Preise bei internationalen Chor-Wettbewerben erringen können sowie etliche RF- und CD-Aufnahmen gemacht. Alle drei unterschiedlichen Ensembles arbeiten bereits seit einem Jahrzehnt zusammen und sind in dieser Zeit geradezu "verschmolzen". Ein würdiger, ja denkwürdiger Messias zur Osterzeit außerhalb von Wien, den man getrost der jüngsten Interpretation von Nikolaus Harnoncourt im Musikverein zur Seite hätte stellen können.

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