F. Schubert: Missa solemnis / Domkirche St. Pölten, Mai 1998

Schuberts letzte Messe

NÖ Nachrichten, tr

Franz Schubert verbrachte im Herbst 1821 "ein schönes Monat" in St. Pölten, wo er auch gern gesehener Gast bei Bischof Dankesreither war. Für den Dommusikverein Anlass genug, den "Franzl" in den Mittelpunkt der Saison 1997/98 zu stellen.

Schuberts letzte Messe, die Missa solemnis in Es-Dur, bildete am Sonntag-Abend im vollbesetzten Dom den Abschluß, und man konnte nur staunen, was der feinfühlige Domkapellmeister Otto Kargl mit Domchor und Domorchester zuwege brachte. Denn da war alles vorhanden, was Schubert in seiner Frömmigkeit bewegte: sanfte Sehnsucht, drängende Hoffnung, aufbegehrende Zweifel, lähmende Angst und fast heitere Zuversicht. Bestes Beispiel war das "Cum Sancto Spiritu", das selbst in großen CD-Aufnahmen kaum einmal so bewegend und dynamisch zu hören ist.

Der angenehme, volle Sopran von Regine Gansberger-Sartori war einmal mehr ein Genuß, doch auch die beiden Tenöre Martin Müller und Christian Bamberger klangen makellos.

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